Billigfleisch und Fleischkonsum

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Lidl profitiert von Billigfleisch! Im Rahmen der Agrarwende 2015 zeigt Greenpeace auf, dass die gravierendsten Umweltprobleme der heutigen Zeit auch aus der Landwirtschaft resultieren. Die Landwirtschaft kann bei den Lösungen also nicht außen vor bleiben. Für den Schutz des Klimas, der Artenvielfalt und von Wasser, Böden und Luft hat Greenpeace konkrete Ziele aufgestellt, die bis 2050 erreicht werden müssen. Drängendstes Ziel ist die Einhaltung von 1,5 Grad Klimaerwärmung. Dies kann nachweislich nur durch eine Reduktion der Fleischproduktion und des Fleischkonsums von mindestens 50% weltweit erreicht werden!

Aus diesem Grund hat Greenpeace aktuell eine Kampagne zu Fleisch gestartet. Im Speziellen geht es um Schweinefleisch, da es das beliebteste Fleisch der Deutsch ist. Von 59,2 kg Fleisch, die durchschnittlich jeder Deutsche pro Jahr verzehrt, sind 37kg Schweinefleisch. Die deutsche Schweinefleisch-Industrie gehört mit zu den größten weltweit. Die hohe Tierzahl und zunehmende Tierhaltungsdichte ist verantwortlich für gravierende Umweltprobleme: 20% der in Deutschland produzierten Gülle und des Luftschadstoffs Ammoniak kommen aus der Schweinehaltung. Die Tierhaltungsstandards sind miserabel. Gentechnik im Futter und Antibiotikagaben sind die Regel.

Warum liegt der Fokus auf Lidl? - Lidl und Aldi sind Preisdumper der Fleischbranche. Beide Discounter betreiben eine offensive Billigpreis-Politik und sind somit bei der Schweinehaltung ähnlich schlecht. Da Lidl jedoch in Dänemark schon fortschrittliche Richtlinien für die Schweinefleisch-Produktion umgesetzt hat, fordern wir ebensolche Veränderungen auch für Deutschland. In Dänemark muss das Futter sowohl in der Ferkelzucht als auch in der kompletten Mast gentechnikfrei sein und zu 90 Prozent aus eigenem Anbau stammen (anvisiert sind 100 Prozent ab 2018). Antibiotika, mitverantwortlich für die Vermehrung gefährlicher multiresistenter Keime, sind nur beim einzelnen Tier im Krankheitsfall erlaubt und nicht als Gruppenbehandlung. Zudem dürfen die Schweine ihren Ringelschwanz behalten und für die Schlachtung maximal 2,5 Stunden transportiert werden. Zum Vergleich: in Deutschland dürfen die Tiere nach gesetzlichem Mindeststandard bis zu 24 Stunden transportiert werden. Auch Transparenz ist ein Thema – vom Futter bis zum fertigen Fleischprodukt kann der Kunde in Dänemark die Herstellung zurückverfolgen, auf den Verpackungen findet er den jeweiligen Züchternamen mit Foto.

In der letzten Woche standen wir daher mehrmals mit Plakaten und Infomaterialien vor verschiedenen Lidl-Filialen hier in Augsburg, um eine transparente Kennzeichnung der Produkte seiner Eigenmarke "Landjunker" zu fordern. Dabei hatten die Kunden die Möglichkeit direkt Fragen über die Fleischproduktion zu stellen. In ganz Deutschland werden momentan Aktionen vor Lidl durchgeführt, wodurch wir schon jetzt großen Druck auf Lidl aufbauen konnten!

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