"Lass die Sau raus"

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Ein weiteres Jahr - ein weiteres unvergessliches Kinderfriedensfest im Botanischen Garten Augsburg - Unter dem Motto "Lass die Sau raus" konnten die Kinder dieses Jahr um die Wette hüpfen und ihren gemalten Schweinchen ein neues zu Hause im Grünen geben. Das Ergebnis sind tolle Gemälde. Leider sieht die Realität ganz anders aus. Mastschweinen mit einem Körpergewicht von 50 bis 110 kg steht lediglich eine Stallfläche von 0,75 m² pro Schwein zur Verfügung. Das kann ganz schön eng werden. Auch bei mit dem Siegel von der "Initiative Tierwohl" gekennzeichneten Schweinefleisch haben die Tiere nur 10% mehr Platz (0,83 m² pro Schwein). Für Schweine im Biolandbau ist immerhin eine Fläche von 1,3 m² im Innenbereich und eine zuzätzliche Fläche von 1 m² im Außenbereich vorgesehen. Jedoch ist eine Besserung der Tierhaltung noch lange nicht in Sicht. Viele Schlachttiere fristen ihr kurzes Dasein auf Betonböden, ohne Stroh, haben kaum Tageslicht, keinen Auslauf und frische Luft. Die Massentierhaltung produziert jedes Jahr in Deutschland so viel Gülle, dass damit fast 1 Milliarde Badewannen gefüllt werden könnten. Diese Gülle sickert ins Grundwasser und es wird immer aufwändiger und teurer unser Trinkwasser sauber zu halten. Die hohe Antibiotikagabe in der Massentierhaltung bedroht unsere Gesundheit, da sie immer mehr Resistenzen gegen Antibiotika erzeugt, die auch bei Menschen eingesetzt werden. Fleisch aus Biohaltung oder mit Neuland-Zertifikat garantiert zwar bessere Haltungsbedingungen für die Tiere und es werden weitaus weniger Antibiotika eingesetzt. Insgesamt brauchen wir aber auch einen Rückgang der Fleischproduktion in Deutschland, um die Klimaziele bis 2050 zu erreichen.

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