Was macht Plastik in Kosmetik?

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Stopp des Einsatzes von Plastik in Kosmetik und Reinigungsmitteln!

Lippenstift, Creme, Bodylotion, Duschgel, Haarkur – viele Kosmetikprodukte enthalten, für den Verbraucher unkenntlich, Plastik in kleinster Größe (inkl. Silikone), in fester, flüssiger oder wachsartiger Form, die täglich den Abfluss hinuntergespült werden. Kläranlagen können bis heute die winzigen Plastikpartikel nicht herausfiltern, wodurch sie über Flüsse und Gewässer letztendlich in die Meere gelangen und sich dort anreichern.

Doch was macht Plastik in Kosmetik und welche Folgen ergeben sich für Umwelt und Mensch?

Die in der Fachsprache als "Mikroplastik" bezeichneten Kunststoffpartikel werden von den Herstellern als billiges Füll- und Bindemittel oder als Peeling verwendet. Aber auch für das Gefühl von Glätte bzw. Geschmeidigkeit bei Haut und Haaren werden sie eingesetzt. Grundsätzlich gilt: Mikroplastik bzw. Kunststoff wird künstlich hergestellt, ist in der Regel nicht biologisch abbaubar und stellt einen nicht-natürlichen „Fremdkörper“ in der Umwelt und im tierischen oder menschlichen Organismus dar. Was im Gesicht vielleicht noch keine Reaktion auslöst, kann spätestens im Meer zum Problem werden: Gelangt Mikroplastik in die Umwelt, kann es sich dort leicht verteilen, anreichern und ablagern – und letztlich zur Gefahr für Meereslebewesen und auch für den Menschen werden. Mikroplastik kann von Meerestieren aufgenommen werden. Wissenschaftler haben winzige Plastikteilchen bereits in kleinstem Zooplankton, aber auch in kommerziell genutztem Fisch und Meeresfrüchten wie Thunfisch, Kabeljau, Makrele, Muscheln oder Garnelen gefunden. Über die Nahrungskette gelangen die winzigen Plastikpartikel letztendlich wieder bei uns auf dem Teller!

Daher fordert Greenpeace ein gesetzliches Verbot von Mikroplastik in Produkten, die ins Abwasser gelangen, also eine umweltoffene Anwendung haben. Dies bezieht sich vorrangig auf Körperpflege- und Kosmetikprodukte sowie Wasch- und Reinigungsmittel. Bisher gibt es lediglich eine freiwillige Verpflichtungserklärung der Hersteller bis 2020 auf den Einsatz von Mikroplastik in Kosmetik- und Körperpflegeprodukten zu verzichten. Da es jedoch keine offizielle, einheitliche Definition gibt, legt jeder Hersteller eigenmächtig fest, was er unter Mikroplastik versteht und auf welche Produkte sich der freiwillige Verzicht bezieht. In den allermeisten Fällen sind nur feste Plastikpartikel gemeint, nicht aber auch flüssige, wachs- und gelartige Kunststoffe, die tatsächlich häufig in den Produkten vorkommen. Außerdem beziehen viele Hersteller ihren freiwilligen Ausstieg nur auf sogenannte „Rinse-off“ Produkte, die sofort wieder abgewaschen werden. Typische Beispiele sind: Peeling, Shampoo, Haarkur, Duschgel, Handwaschpaste, Zahnpasta. Sogenannte „Leave-on“ Produkte, die vorerst auf Haut und Haaren verbleiben und zu einem späteren Zeitpunkt abgewaschen bzw. entfernt werden, zählen die Hersteller nicht dazu. Typische Beispiele hierfür sind: Creme, Lotion, Make-up, Lippenstift, Haarspray.

Es wird deutlich, dass die freiwillige Selbstverpflichtung nicht ausreicht, um Flüsse und Meere vor der Verschmutzung mit Mikroplastik bzw. Kunststoffen zu bewahren. Trotzdem verlässt sich Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) auf diese sogenannte freiwillige Verpflichtungserklräung der Kosmetikindustrie. Um das Thema Mikroplastik in Kosmetik stärker an die Öffentlichkeit zu bringen und Druck auf Politik und Hersteller aufzubauen, standen wir am vergangenen Samstag (05.05.) in der Annastraße und haben Infoflyer verteilt und Unterschriften gesammelt, die an die Bundesumweltministerin weitergereicht werden. 

Was sind Alternativen? - In Naturkosmetik mit Siegeln u.a. von BDIH oder NaTrue (s.o) ist kein Mikroplastik enthalten. Außerdem kann man Kosmetik ganz leicht selber herstellen. Rezeptvorschläge hierfür findet Ihr auf unserer Homepage in einem separaten Artikel.

 

 

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