Augsburg: Greenpeace-Ehrenamtliche weisen Weg zum weltgrößten Meeresschutzgebiet

Antarktisches Weddellmeer von Industriefischern bedroht

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Meere
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Augsburg, 27.01.2018 – Einen Wegweiser mit der Aufschrift „Weddellmeer Antarktis: 14.007 Kilometer“ wird Greenpeace Augsburg heute auf dem Holbeinplatz in der Augsburger Altstadt präsentieren und in der folgenden Woche in der Augsburger Innenstadt dauerhaft bis Oktober dieses Jahres aufstellen. Denn im Herbst entscheidet die Antarktis-Kommission CCAMLR (Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources) über die Schaffung des weltgrößten Meeresschutzgebiets im Weddellmeer.

„Die Antarktis erscheint vielen so weit weg; dabei ist sie unser gemeinsames Welterbe und gehört uns allen. Wir müssen die einzigartigen Ökosysteme der Antarktis erhalten, bevor die industrielle Fischerei dort neue Fanggebiete erschließt“, sagt Casimir Bokranz von Greenpeace Augsburg. Auf die historische Chance auf das größte Meeresschutzgebiet in der Antarktis macht Greenpeace Augsburg heute mit einem Informationsstand aufmerksam.

Der fortschreitende Klimawandel lässt die antarktischen Eismassen schmelzen und öffnet bislang unzugängliche Regionen für die industrielle Krillfischerei. Krill, Schwärme von Kleinkrebsen, ist für das Überleben von Pinguinen, Walen und Robben unerlässlich.

Die scheidende Bundesregierung hatte vorgeschlagen, im Weddellmeer ein Schutzgebiet von rund 1,8 Millionen Quadratkilometern einzurichten. Das entspräche etwa der fünffachen Fläche Deutschlands. Beschließen könnte das neue Schutzgebiet die Antarktis-Kommission CCAMLR auf ihrer Sitzung im Herbst 2018. Greenpeace fordert, dass die neue Bundesregierung dort den Schutzgebietsvorschlag gegen Länder mit starken Fischereiinteressen wie Norwegen, China, Südkorea und Japan durchsetzt.

Greenpeace-Expedition sucht unbekannte Arten

Derzeit ist das Greenpeace-Schiff „Arctic Sunrise“ auf Expeditionstour entlang der antarktischen Halbinsel. Das Weddellmeer gilt als eine besonders artenreiche und bisher kaum erforschte Region. Mit an Bord: die deutsche Greenpeace-Meeresexpertin Dr. Sandra Schöttner. Unter der Leitung der Antarktis-Forscherin Dr. Susanne J. Lockhart wird mit bemannten Unterwasserbooten in hunderten Metern Wassertiefe der Meeresboden untersucht. Die Forscher hoffen, unbekannte Arten und besonders schützenswerte Strukturen wie Tiefseeschwämme oder -korallen zu entdecken. Die Daten sollen helfen, den Weddellmeer-Schutzgebietsvorschlag zu stützen. Bisher haben bereits über eine halbe Million Menschen weltweit die internationale Greenpeace-Petition an die Antarktis-Kommission CCAMLR unterzeichnet mit der Forderung, das Schutzgebiet zu beschließen.

Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Casimir Bokranz Greenpeace Augsburg, Tel. 015750295786 oder Meeresexperte Thilo Maack, Greenpeace Deutschland, Tel. 0171 8780 841. Fotos vom Aktionstag sind exemplarisch für Berlin und Lübeck verfügbar unter Tel. 0174 1313 323 oder für die Aktion in Augsburg unter Tel. 015750295786. Eine Bild-Auswahl zur Antarktis-Expedition finden Sie online unter: http://media.greenpeace.org/collection/27MZIFJX9IE3D

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