Einblick in deutsche Kleiderschränke

Aktionswoche MAKE SMTHNG startet am Samstag in 50 deutschen Stästen

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Presseerklärung vom 24. November 2018
 

In Augsburg: Einblick in deutsche Kleiderschränke

Aktionswoche MAKE SMTHNG startet am Samstag in 50 deutschen Städten
 
Augsburg, 24.11.2018 – Die Aktionswoche MAKE SMTHNG, mit kreativen Ideen für einen umweltfreundlichen Lebensstil, startet heute weltweit in 40 Ländern. Auch in Augsburg zeigen Greenpeace-Aktivistinnen und Aktivisten, wie man bereits vorhandenen Dingen ein zweites Leben schenken, sie reparieren und verschönern kann. Aus diesem Grund bietet die Greenpeace Gruppe Augsburg auf dem Holbeinplatz Siebdruck an. Jeder kann selbstmitgebrachte Textilien bedrucken und so ungenutztes aufwerten. Darüber hinaus werden mit dem plastikfreiem Stammtisch Workshops angeboten. Diese verteilen sich auf die Woche vom 23.11. bis zum 02.12. Genauere Informationen finden sie auf unserer Internetseite unter: https://www.augsburg.greenpeace.de/termine
 
In Deutschland bietet MAKE SMTHNG bis zum 2. Dezember über 150 Veranstaltungen in 50 Städten an. In kostenlosen Workshops vermitteln Kreative und Künstler Fähigkeiten aus den Bereichen Upcycling, Reparatur, DIY und Zero Waste (Informationen unter www.makesmthng.org/de). „Die MAKE SMTHNG Week bietet einen kreativen Ausweg aus unserem verschwenderischen Konsumverhalten“, sagt Lukas, Sprecher der Greenpeace Gruppe Augsburg. „Wir bringen Menschen zusammen und zeigen alltagstaugliche Alternativen zum Schnäppchenshopping auf.“ Das Festival des Selbermachens wird von Greenpeace, Fashion Revolution, #Breakfreefromplastic, Shareable, Fab Lab, The Restart Project und Arts Thread unterstützt.
 
Zwischen „Black Friday“ und „Cyber Monday“, informieren die Umweltschützer auch über die Umweltfolgen des Massenkonsums. Zu den Rabattschlachten gehen vor allem günstige Elektronik und Mode-Artikel über die Ladentheke oder werden online bestellt. Waren, die mit hohem Ressourceneinsatz und häufig mit Umweltschäden gefertigt werden. Untersuchungen der Greenpeace-Kampagne „Detox“ belegen, dass beispielsweise Textil-Fabriken in China, Bangladesch und Indien Flüsse und Trinkwasser vergiften. Dabei steigt der Konsum von Textilien stetig an: Die weltweite Bekleidungsproduktion hat sich seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt, die Tragezeit von Textilien jedoch halbiert „Die meisten Menschen wissen, dass sie bereits mehr Sachen haben, als in ihre Kleiderschränke und Regale passen“, sagt Lena, Mitorganisatorin der Aktionen. „Schnäppchentage heizen jedoch den Konsum von Billigmode und Elektronik weiter an.“
 
Das MAKE SMTHNG Motto: “Make something - Buy nothing”
Nach einer repräsentativen Umfrage, die Greenpeace vergangene Woche veröffentlichte, gehören Online-Einkäufe für die Deutschen zum Alltag: Vier von fünf Befragten haben in den letzten zwölf Monaten Kleidung, Schuhe und Elektronik online erworben. Wer viel bestellt, schickt auch viel zurück: Vor allem „Heavy Shopper“ schicken regelmäßig Waren zurück oder bestellen schon mit der Absicht, diese zu retounieren. Gleichzeitig wissen die wenigsten, dass Retouren häufig gar nicht weiterverkauft werden, sondern im Müll landen. Greenpeace fordert von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) ein Ressourcenschutzgesetz, das die Vernichtung neuer und neuwertiger Ware verbietet. Die Petition online: www.greenpeace.de/stoppt-die-verschwendung
 
Der Online-Handel boomt: Für 2018 erwartet der Handelsverband Deutschland (HDE) einen Umsatz von 53,4 Milliarden Euro – bereits vier Mal so viel wie 2008. Im Jahr 2017 wurden rund 3,4 Milliarden Online-Bestellungen zu deutschen Verbrauchern geschickt. Ein Größenvergleich zeigt: Legt man eine mittlere Pakethöhe von nur 20 cm an, reichen diese übereinandergestapelten Pakete von der Erde bis zum Mond und knapp wieder zurück. Die tägliche Menge an Sendungen aus dem Onlinehandel an deutsche Verbraucher entspräche einer Höhe von zweieinhalb Mount Everests.

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