Fleisch killt Wald und Klima

Greenpeace Augsburg fordert klimafreundliches Angebot in städtischen Kantinen

Themengebiet:
Landwirtschaft

Augsburg, 12.10.2019 – Über den Beitrag unserer Ernährung zu Klimakrise und Waldzerstörung informiert Greenpeace heute in über 40 Städten, darunter auch in Augsburg (12:00 Uhr bis 18:00 Uhr, Rathausplatz). Insbesondere die Fleischproduktion ist mit hohen Treibhausgasemissionen verbunden – auch, weil für den Anbau von Soja-Futter in Südamerika wertvolle Wälder wie der Amazonas-Regenwald zerstört werden. „Ohne eine Ernährungswende können wir Klima und Wälder nicht schützen“, sagt Jana Kornely von Greenpeace Augsburg. „Die Städte müssen mit gutem Beispiel vorangehen und das Angebot in den öffentlichen Kantinen klimafreundlicher machen. Das heißt: mehr Bio, mehr vegetarisch und vegan – und vor allem kein Billigfleisch aus Massentierhaltung.”

Unterstützung in dieser Debatte kommt aus der Wissenschaft: Die Scientists for Future wiesen am 3. Oktober mit einem Offenen Brief auf die Notwendigkeit hin, den Fleischanteil in öffentlichen Kantinen zu reduzieren (https://scientists4lessmeat.org). In den Klimaplänen der Bundesregierung und vieler deutscher Städte spielen Ernährung und Tierhaltung jedoch bisher kaum eine Rolle.

Biostadt Augsburg?

Augsburg trägt den Titel Biostadt. In städtischen Einrichtungen sollen 30 Prozent, bei allen städtischen Veranstaltungen 100 Prozent der verwendeten Lebensmittel biologisch erzeugt sein – das besagt ein Beschluss der Stadt. Die Praxis sieht jedoch anders aus. Greenpeace Augsburg fordert deshalb die konsequente Umsetzung des Beschlusses und eine deutliche Reduktion des Fleischanteils. Zudem sollte die Verpflegung in allen städtischen Bereichen bis spätestens 2025 auf 100 Prozent erhöht werden.

Beispiele wie Kopenhagen zeigen, dass eine Umstellung der Gemeinschaftsverpflegung binnen weniger Jahre gelingen kann.

Amazonas-Brände sind ein Warnsignal

Wie der wachsende globale Fleischkonsum mit der Vernichtung wertvoller Ökosysteme für den Anbau von Soja zusammenhängt, haben die verheerenden Brände im Amazonas-Regenwald gezeigt: Rund 43.600 Quadratkilometer – eine Fläche so groß wie die Schweiz – sind 2019 bis Ende August im Amazonas abgebrannt. Greenpeace fordert deshalb, die Tierhaltung deutlich zu reduzieren und EU-Agrarsubventionen an Umwelt- und Klimakriterien zu binden. Ein Lieferkettengesetz sollte in Zukunft sicherstellen, dass deutsche Unternehmen für zerstörerische Praktiken in ihrer Lieferkette haftbar gemacht werden könnten – das würde auch Produkte aus Waldzerstörung wie Soja oder Palmöl betreffen. Interessierte, die dieses Anliegen unterstützen möchten, können am Infostand eine Unterschriftenliste unterzeichnen.

Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Jana Kornely, Pressesprecherin Greenpeace Augsburg, Tel. 0152 32742306, oder Dirk Zimmermann, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace Deutschland, Tel. 0160 581 4942.

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